Wir hatten nach der historischen Wegesäule nahe Ostrowskistraße mit günstiger Bushaltestelle und Parkplatz die Dippoldishöhe erreicht und weitere Abstecher fokussiert (SZ vom 12.3.08). Auf dem Rondell um den König-Johann-Turm (422 m ü. NN) waren dereinst zu Ehren des Stadtrats Bucher drei Buchen gepflanzt und eine Bank "Buchers Ruh" aufgestellt worden: Er machte sich um den Bau des Aussichtsturms verdient. Eine Bürgervereinigung hatte Anteilsscheine verkauft. Im Herbst 1885 wurde der Grundstein gelegt. Am 18. Juli 1886 erfolgte die feierliche Einweihung "zur dankbaren Erinnerung an König Johann von Sachsen".


Gasthaus hatte viele Namen

Der literarisch talentierte und politisch wohl etwas gemäßigte Johann lebte von 1801 bis 1873, regierte ab 1854 bis zu seinem Tode.

Beim Besteigen des 20 Meter hohen Steinbaus auf 102 Stufen sollte besonders beachtet werden: Der Lichtschalter befindet sich unten hinter der Tür und oben beim Öffnen - später beim Schließen - der schweren Wetterschutz-Falltür braucht man auf der Treppe Standsicherheit. Kinder sollten sich da nicht erst versuchen! Das offene, achteckige, mit Zinnenkranz umgebene Plateau bietet einen prächtigen Blick vom Elbsandsteingebirge bis über den Osterzgebirgskamm. Dort, wo Wald die Sicht versperrt, markiert ein Funkmast einen unserer nächsten Abstecher.

Uns zu Füßen breitet sich Dipps aus. Ein altes Wanderbuch von 1881 spricht von Dipps als "Stadt an der rothen Weißeritz, wobei sich dieses Thal nach der Meinung tüchtiger Ärzte zu einem Sommeraufenthalt besonders eignet. Auf Anforderung des Gebirgsvereins ist auch eine größere Anzahl von Sommerwohnungen zum Preise von vier bis acht Mark angemeldet worden." Zeitweise hatte der Turm eine freitragende, fensterlose, offene Überdachung. ähnlich finden wir dies bei der Kolmenkoppe (Decin) und an der Erbenwarte nach der Aufstockung 2006 in Usti.

Bei der Schlüsselrückgabe im Landhaus "Heidehof" sollte man die historischen Aufnahmen rechts der Tür bei der Treppe betrachten. Der ehemalige Besitzer der "Alten Steinbruchschänke", Louis Kreißig, hatte sich 1893 zum Bau einer neuen, größeren Schänke hier an der Stelle mit dem schönen Heimatblick entschlossen. So entstand 1894 "Kreißigs Restaurant zum Steinbruch". Im Lauf der Jahre gab es Namen wie "Gasthaus zum Steinbruch Dippoldiswalde", "Berggasthof Heidehof", "Betriebsferienheim im Heidehof HO Lebensmittel Dresden-West". 1993 erfolgte wieder die Privatisierung, 1994 - im 100. Jahr des Bestehens - wurde erweitert, rekonstruiert und der "Heidehof" im Landhausstil wiedereröffnet.

Blick in den Steinbruch

Wir wandern nun die durch die Heide führende Waldstraße, früher Mühlweg, linkerhand aufwärts und biegen bald in den Rechtsabzweig "Am Steinbruch" ein. Laut Heimatforscher D. Mende gesellt sich zum hier befindlichen Gemarkungsstein bald eine ebenfalls historische Wegesäule. Vorbei am rechts abzweigenden Fiebigweg nach Oberhäslich erreichen wir unweit den versperrten Zugang zum ehemaligen Oberhäslicher Steinbruch. Wir laufen an der Drahtzäunung bis zu deren Ende, steigen an der Ecke entlang des Zaunes auf einem Pfad links steil empor zum querenden Häslicher Randweg mit Blicken in den Steinbruch.

Zusatzinfo: 0351/4714802

Zur Orientierung bei der Turmaussicht empfohlen: Wanderkarten Nr. 04, Weißeritztäler - 03, Osterzgebirge - 17, Sächsisch-Böhmische Schweiz, alle Sachsen Kartographie Gmbh Dresden

   
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