Teil der Wandelhalle am Dvorakpark, dem ehemaligen Stadtpark.Foto: Wirrig

Karlovy Vary. Eine Reihe illustrer Persönlichkeiten erholte sich im einstigen Königsberg.

Alle Besucher Karlsbads zu nennen, würde ein Buch füllen. Die Bekanntesten sollen aber genannt sein: Der erste davon hielt sich bereits im 13. Jahrhundert in Kynsperk (Königsberg) auf. Es war König Vaclav I. Dem dortigen Kloster erteilte er bei dieser Gelegenheit das Recht, einen Marktflecken zu gründen.

Allerdings ohne Frage: Die wichtigste Persönlichkeit war Kaiser Karl IV.! Als Kleinkind lebte er mit seiner Mutter in den Jahren 1315-1317 im Verborgenen auf der Burg Loket (Ellbogen). Er kehrte wiederholt zurück, um sich in der warmen Mineralquelle seine Kriegsverletzungen zu heilen. Dabei vergab er am 14. August 1370 dem schon existierenden Bad an der Tepla (Tepl) den Status einer königlichen Stadt – sie nannte sich dann auch ableitend vom Namen des Kaisers – Karlsbad.

 


Die Stadt wurde zum Kurort der Kaiser und Könige und damit zum bekanntesten in Westböhmen. Neben dem Gründer Karl IV. weilten hier: Peter der Große, Josef II., Kaiser Franz Josef I., Kaiserin Maria Theresia, Kaiserin Elisabeth (Sissi).

Man behandelt hier nun also schon jahrhunderte lang Krankheiten des Verdauungs- und Bewegungsapparates sowie Stoffwechsestörungen. Karlsbad wurde zum Kurort von globaler Bedeutung und so blieb es nicht nur bei den gekrönten Häuptern, die hier kurten, sondern auch bekannte Komponisten und Musiker, wie Smetana, Dvorak, Beethoven, Bach, Brahms, Chopin, Liszt waren hier.

Natürlich durften auch die Dichter und Schriftsteller nicht fehlen: Goethe, Schiller, Gogol, Casanova, Kafka, Gorki, Dumas. Aber auch wissenschaftliche Größen waren hier: Barrande, Purkyne, Freud, Schliemann und – das Ehepaar Curie, dessen Forschungen einen grundlegenden Einfluss auf die Entwicklung der Kernphysik hatten – sie entdeckten und isolierten hier aus der Joachimstaler Pechblende ein neues Element – das Radium.

Große Namen locken Gäste an

Auch Politiker waren zu Gast, genannt werden sollen: Metternich, Bismarck, Marx und unrühmlich bekannt – Hitler. Denkmäler, Gedenktafeln und -steine erinnern allerorts an viele der illustren Gäste.

Und somit ist ganz sicher, dass die Anwesenheit solcher Persönlichkeiten das Ansehen und die Attraktivität des Kurortes erhöhte. Touristen und weitere heute berühmte Persönlichkeiten kommen hier her, um sich dieselben Orte anzuschauen, in denselben Hotels zu wohnen, dieselbe Schönheit zu genießen – wie die Berühmtheiten vor ihnen. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass unter den heute unbekannten Gästen sich manche zukünftige berühmte Person verbergen kann, die das ohnehin schon reiche Verzeichnis bekannter Star-Besucher einst bereichern wird. Neben den bekannten und unbekannten Besuchern und Kurgästen vergangener Epochen sowie der Gegenwart wollen wir uns heute in den Strom der Touristen einreihen, um das Flair von Karlovy Vary auf uns wirken zu lassen und hier auch etwas der Nostalgie zu verfallen.

Wo beginnen wir mit unserer Visite? Wir laufen vom Bahnhof Richtung Zentrum über die Egerbrücke bis zum ersten Kreisverkehr und dann auf der „Jan-Palach-Straße“ entlang der Tepla bis zum weithin sichtbaren Hotel „Thermal“ und sind damit bereits im Kurviertel.

Auf das Sehen und Gesehenwerden kommt es an

 

 

   
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