Kurortflair genießen: Am Markt finden wir die Marktbrunnenkolonnade – dahinter der Schlossturm auf dem Schlossberg.Foto: Heinz WirrigUm bei unserem Tagesausflug viel vom Kurortflair zu erhaschen, ist es empfehlenswert, am linken Ufer der Tepla entlang zu spazieren bis zum Hotelkomplex „Pupp“, davor rechts die Marienstraße hoch zu gehen bis zur Talstation der Bergbahn, die hinauf zum Freundschaftshügel führt und dann vorbei an einigen Aussichtspunkten wieder abzusteigen in die Stadt.

Aber bummeln wir mal langsam los – wir sind in einem Kurort, und da sollte keine Hektik aufkommen. Rechts liegt der ehemalige Stadtpark – heute Dvorak-Park genannt, mit seiner schönen gußeisernen Wandelhalle. Vorbei am großen Gebäudekomplex des sogenannten Kurhauses von 1866, im Stil englischer Neugotik erbaut, gehen wir weiter. Zu seiner Zeit war es das modernste Kurhaus Österreich-Ungarns, es nennt sich heute KurhausIII. Damit kommen wir zur Freifläche, der Promenade vor der Mühlbrunnenkolonnade.

Früher ging es hier beim morgendlichen Trinken, was ein gesellschaftliches Ereignis war – man wollte sehen und gesehen werden – recht eng zu, bevor 1949 Platz geschaffen wurde, indem das Flüßchen Tepla überdeckt wurde und eine große Fläche damit entstand. Die Kolonnade selbst wurde 1871-81 nach den Plänen des Prager Architekten Josef Zitek errichtet – eine Büste von ihm in der Kolonnadenmitte erinnert daran. 124 Säulen und Halbsäulen schmücken das Bauwerk.
 
Nach einer leichten Rechtskurve befindet sich auf der gegenüberliegenden Flußseite die Sprüdelstraße mit der einst von allen Seiten geschützten Sprudelkolonnade, die im Jahre 1879 in einer Rekordzeit von sechs Monaten aus vorgefertigten Gußeisenteilen und Glas erbaut wurde. Sie existiert leider nicht mehr – dafür wurde 1975 eine moderne in Stahlkonstruktion errichtet, verkleidet mit bulgarischem Marmor. Dahinter steht das wertvollste Baudenkmal der Stadt, die Maria-Magdalena-Kirche (errichtet 1736 nach Plänen Diezenhofers) – ein Höhepunkt im barocken Baugeschehen Böhmens. Reingehen lohnt sich: das reich geschmückte Interieur zeigt zum Beispiel im Hauptaltar das Bild des büßenden Heilands vom Barockmaler Elias Dollhopf aus Horni Slavkov (Schlaggenwald).

Damit kommen wir nun zum Markt mit der Marktbrunnenkolonnade von 1833 und der barocken Säule der hl. Dreifaltigkeit. Darüber erhebt sich der Schlossturm mit der Schlossbrunnenquelle. Hier am Markt bietet es sich an, die Mittagsrast einzulegen – historisch-namhafte Restaurants und Hotels erwarten uns, wie zum Beispiel der „Egerländer Hof“…

Wer noch eine kleine Sehenswürdigkeit besuchen möchte, geht hier vom Markt den Schlossberg hoch und dann die Straße „Peter der Große“ entlang und kommt dann rechts zur russischen Kirche des hl. Peter und Paul – ein sehenswertes Bauwerk (außen und innen) – aus dem Jahre 1897. Es wurde für die russisch-orthodoxen Gläubigen erbaut – finanziert von vermögenden Gästen aus Russland und selbst vom Geschlecht der Romanows. Nicht bloß hier, sondern im gesamten Kurort wird dem aufmerksamen Touristen von heute auffallen: russische Gäste haben Karlovy Vary fest „im Griff“…

Wird fortgesetzt. Die ersten beiden Teile erschienen am 10. und 19. März.

Weitere Infos über:
www.karlovyvary.cz